Archiv der Kategorie 'eine liebe zur musik.'

Los, sag was anders war…

eine plattenkritik zu schreiben wird sicher nie zu meinen stärken gehören.
das überlasse ich lieber den anderen. den guten. denen, die es können. visions. intro. spex. musikexpress?! naja. eher noch meinem freund, als der musikexpress! ;-) ich glaube, der kann das nämlich besser.
jedenfalls:
irgendwie schaffe ich es nie die richtigen worte zu finden. die ausdrücken, was ich fühle, empfinde wenn ich ein lied höre. ein lied, das mir schmerzen bereitet. tränen. freude. gänsehaut. trauer. wut. euphorie. mut. zuversicht. gefallen. mißfallen.

trotzdem möchte ich ein paar worte finden. zum neuen werk meiner liebsten band.
jupiter jones.
jene haben nämlich am freitag, den 22.05.2009 ihre neuste scheibe „holiday in catatonia“ auf den markt geschmissen, die von mir – und anderen – sehnsüchtigst erwartet wurde.

Jupiter Jones

die erwartungen waren schon hoch. recht hoch. die messlatte, die jupiter jones mit ihren beiden vorgängern “ raum um raum “ und “ entweder geht diese scheußliche tapete – oder ich “ gesetzt hatten war es ebenfalls.

beim prelistening im januar sowie auf den konzerten bin ich bereits in den genuß gekommen den ein oder anderen track zu hören. und die vorfreude auf diese platte stieg – und die zuversicht, dass sie meisterlich werden würden.

und als ich freitag nachmittag, kurz vor vier, endlich die cd in den händen hielt war ich nicht mehr zu bremsen.

meine erwartungen wurden allerdings nicht übertroffen.
nicht.
jupiter jones haben eine wunderbare platte gemacht!! dies steht außer frage.
aber wie kann ich das empfinden beschreiben, dass ich beim hören habe, ohne dass es schlecht klingt, wenn ich sage, dass mir die vorgänger insgesamt besser gefallen?!
ich möchte gar keine schlechte kritik abgeben. denn sie ist es nicht. die platte ist nicht schlecht.
aber eben nicht vergleichbar mit den vorgängern. vielleicht kommt das mit dem hören? oder mit den konzerten? mit den liveerlebnissen.

Vier der elf songs jedoch gehen mir sehr ans herz. sehr nahe. berühren mich auf sonderbare weise. und sie SIND meisterlich. und deswegen möchte ich es mir nicht nehmen lassen an dieser stelle in der zitate-kiste zu kramen ;-)

# track 1: und das zu wissen.
“ hallo angst, du arschloch!“
- ja, ziemlich starkes zitat, was? :-) es wurde allerdings hier und an dieser stelle aus persönlichen gründen von mir gewählt. weil ich der angst ab jetzt auch mal den stinkefinger zeige!!!!!!!!

# track 2: das jahr in dem ich schlief.
„das ist heute alles was ich weiß.
jeder kleine schritt hat seinen preis.
jeder kleine schritt tut schrecklich weh,
wenn man bemerkt das alle anderen in die umgekehrte richtung geh‘n.“

- … diese erkenntnis habe ich tag ein. und tag aus. und immer wieder warte ich auf den tag an dem ich ausbrechen kann. und weglaufen. in die richtige, einzig wahre richtung. die andere richtung. wahrscheinlich möchte ich einfach nur verstanden werden. und menschen um mich haben, die denken wie ich, die fühlen wie ich.

#track 3: was anders war.
“ los, sag was anders -
weil ich nichts mehr versteh und schon längst nicht mehr seh was anders.
es ist schon zu lange her, ich erkenn längst nicht mehr was hier anders war…“

- … dieser song geht mir durch mark und bein. text und musik verleihen mir eine gänsehaut.
er läuft auf repeat.

#track 4: und dann warten.
“ um das hier zu verstehen braucht es hirne und herzen.
von nie da gewesener größe,
braucht es träne und schmerzen.
ich müsst‘ es selber sehen,
um das hier zu verstehen.
um das hier zu verstehen,
braucht es arme und hände.
von nie dagewesener stärke,
braucht es fäuste,braucht es wände.
und dann nach hause gehen,
um das hier zu verstehen.
und was nützt uns unsere weisheit,
in dieser ausgemachten scheißzeit.
und das nützt uns die erkenntnis,
das was heimat war jetzt fremd ist.
wenn wir trotzdem niemals lernen
was es heißt sich zu entfernen -
ohne jemals ganz zu gehen.
wenn’s das gäbe wär das schön.
ich hab den verstand verloren,
blinde augen – taube ohren.
stumme lieder, leere bücher.
pfeifen, flaschen, taschentücher.
und wir rennen um unser leben -
du davon und ich entgegen.
ich würde dich gern morgen sehen,
wenn’s das gäbe wär das schön…“

- … jetzt habe ich tatsächlich fast die hälfte des liedes zitiert. weil es so schön ist, dass ich mich gar nicht entscheiden kann welches zitat ich wählen soll.

weitere worte möchte ich mir sparen.
außer: jupiter jones, ihr seit meister eures werks.

endorphinbatterie.

es gibt doch nichts schöneres als im rausche der geschwindigkeit lieblingsmusik zu hören.
und zu versinken. die welt zu vergessen. sich keine sorgen zu machen.

die autobahn gehört dir.

darf ich vorstellen?

dennis von muff potter und seine schützlinge von ghost of tom joad und miyagi stellen sich vor:

ghost of tom Joad haben beide alben mit dennis von muff potter produziert, und beide erschienen auch bei dessen label richard mohlmann records. aber wie kommen – gerade in fällen unbekannter und ungesignter bands – eigentlich musiker und plattenfirma zusammen? wie lernen sie sich kennen?

außerdem wurde bei der gelegenheit gleich nachgehakt, welche ziele und ansprüche bands und dennis als labelbetreiber – und nicht zuletzt: wer sind eigentlich die macher? was sind sie für typen und welche marotten haben sie? fest steht: dennis ist super!

[ wer hat’s erfunden? www.getaddicted.org ]

…komm lass es uns noch einmal tun.

ich offenbare: das ich das letzte mal geweint habe ist nicht lange her. gerade mal exakt 24 stunden.
der grund: ein lied. eine stimme. ein text.
der ort: ein auto. eine zoobrücke in köln.

was macht die musik nur mit mir? wie heißt es so schön: ohne musik wäre das leben ein irrtum. und ohne musik wäre mein leben nur halb so schön. ach nein. ein viertel. oder vielleicht gar nicht?!

[ für katrin. ]

herzorgasmus.

nur ein wort: herzorgasmus!!
und sonst? sprachlos.

ein traum von höchster originalität. jupiter jones. das jahr in dem ich schlief…

Jupiter Jones – Das Jahr in dem ich schlief